Super-Sommer

Es ist vollbracht!

Gothic Amy Lee Rag Doll by Zosomoto (www.tatteredrags.net)Zumindest fast. Der Nachfolger, beziehungsweise die Nachfolgerin, von Tulpe steht fest. In den Grundzügen. Aus Bedarfsgründen wird es wieder ein Technomancer sein. Ein weiblicher diesmal.

Ich habe heute die große Ehre Euch Tatjana vorzustellen, ein verkanntes Wunderkind mit schwerer Kindheit. Ja, ja, ich weiß, heutzutage haben alle eine schwere Kindheit hinter sich, jeder auf seine ganz besonders schlimme Art und Weise. Aber urteilt selbst, nachdem ich Euch ein paar mehr Informationen gegeben habe.

Tanja wurde als einziges Kind der Russin Natalia Melnikowa und des Kanadiers Alexandre Ruchaud in eine Zirkuswelt geboren. Der Zirkus als Kulturgut hatte sich die letzten Jahrzehnte stark verändert und war beinahe ausgestorben. Sarrasani-Althoff war einer der letzten heruntergekommenen Zirkusse, die durch Europa tourten. Die Haupteinnahmequelle war aber vermutlich eher im Bereich Schmuggel als in der Artistik zu suchen.

Natalia und Alexandre, beide mäßig begabte Ki-Adepten, hatten trotzdem eine beeindruckende Show auf dem Hochseil und noch einige andere Kunststücke aufzubieten. Die Tochter Tajana hätte diese Tradition natürlich fortsetzen sollen. Aber Tatjana war ein schwieriges Kind. Als Säugling hatte sie oft unerklärliche Schreianfälle oder kurze Phasen, in denen sie eine Art Koma zu fallen schien. Mit zunehmenden Alter milderten sich diese Symptome zu Zeiten starker Kopfschmerzen oder unvermittelter Träumereien. Als Tatjana das erste Mal während des Trainings vom Seil fiel weil sie einen Traumanfall hatte, war klar, die Hochseilakrobatik würde nicht das richtige für sie sein. Auch die Motorradnummer, von der Tatjana ziemlich begeistert war viel damit aus. Von da an trainierte Tatjana mit Isabell, der Kontorsionistin (Schlangenfrau) des Zirkus. Obwohl Tatjana dafür ein gewisses Talent mitzubringen schien, erreichte sie aber nie die Perfektion, die für einen anhaltenden Erfolg auf der Bühne oder im Zirkus nötig gewesen wäre. Außerdem konnte man nie wissen, ob sie nicht mitten in der Vorstellung anfangen würde zu träumen. Die Eltern waren verzweifelt und unglücklich mit der Situation. Das Zirkusleben war schon schwierig genug, Tatjana eine weitere Bürde.

Mit zwölf gab es dann einen weiteren Wendepunkt im Leben von Tatjana, als eines Tages ein farbiger amerikanischer Reisender, Elijah Birch, Interesse an Tatjana zeigte. Die Eltern waren schnell einverstanden und das einzige Kind wurde verkauft.
Es stellte sich heraus, dass dieser Reisende tatsächlich ein in der Matrix als Isiphepho bekannter Technomancer war, der das außergewöhnliche Talent des Mädchens erkannt hatte. Er nahm sie mit, versorgte sie ausreichend gut und bildete sie aus. Durch die Ausbildung und die dadurch mögliche Kanalisation von Tatjanas Fähigkeiten liessen mit der Zeit auch die Kopfschmerzen und Traumattacken nach und verschwanden schließlich vollständig. Zwischen Elijah und Tatjana entwickelte sich eine Freundschaft. Die Zeit mit Elijah war tatsächlich die bis dahin beste Zeit für Tatjana.
Die beiden waren viel auf Reisen. Die eigentlichen Beweggründe dafür waren Tatjana nicht bekannt. Sie vermutete allerdings, dass Elijah irgendwie in afrikanische Politik verwickelt war. Gelegentlich erwähnte er ein großes Projekt und dass auch sie einen Teil daran haben werde, wenn sie ihre Ausbildung abgeschlossen habe.

Einmal in Deutschland, Tatjana war mittlerweile 16, gerieten sie unvorbereitet zwischen die Fronten zweier Gangs. Vielleicht war auch  Absicht im Spiel. Elijah jedenfalls wurde bei dem Versuch sich schützend vor Tanja zu werfen schwer verletzt. Tatjana blieb wie durch ein Wunder unverletzt.
Die Gang nahm die beiden gefangen um Lösegeld zu fordern. Das wurde natürlich zu einem Flop, aber auch hier erkannte der Gangleader, das sie es mit einem ungewöhnlichen Talent zu tun hatten. Den schwerverletzten Elijah als Druckmittel verwendend, zwangen sie Tatjana dazu, die Gang bei diversen illegalen Aktionen in der Matrix zu unterstützen. Total verängstigt vor allem wegen Elijahs Zustand wagte sie keinerlei Befreiungs- oder Kontaktversuche. Tatsächlich hatte Elijah auch immer mit Außenstehenden verhandelt. Tatjana selbst hatte wenig eigene Kontakte. Zwischen den Einsätzen wurde sie mit Drogen zusätzlich ruhig gehalten.
Das lief ungefähr ein Jahr so. Elijah ging es immer schlechter und eines Tages spürte Tatjana eine merkwürdige Leere in der Matrix und sie wusste, dass Elijah nicht mehr war. Wenige Tage später wurde die Basis der Gang überfallen und Tatjana befreit. Wie es dazu kam, weiß sie selbst nicht, vermutet aber, dass es Elijah noch irgendwie gelungen ist die Befreiung zu organisieren. Leider zu spät für sich selbst.

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