Super-Sommer

Die Fahrt

Die vier Waldarbeiter auf jedem Wagen wechselten sich beim kutschieren ab. Zwei saßen immer auf dem Kutschbock, zusammen mit einem von uns und die zwei anderen im Wagen. Ich stellte schnell fest, dass die Leute entweder nicht sehr gesprächig, nicht sehr helle oder schlichtweg auch fremd in der Gegend waren. So viel zu den Informationen, die ich mir hier erhoffte. Es kann ja nicht immer alles klappen. Die Fahrt an sich war nicht sehr aufregend. Die Gegend war unbesiedelt und auch der Weg eher selten befahren. Abends schlugen wir ein kleines Lager auf. Kleine Zelte für uns, die Begleittruppe. Die Waldarbeiter machten es sich unter den Wagen bequem. Abends am Lagerfeuer rauchte Cart ein Pfeifchen. Scheint ein Genießer zu sein. Mir persönlich liegt das ja nicht so. Verpflegt wurden wir mit Brot, Käse und Schinken aus den Vorräten. Für die nächtliche Sicherheit sorgten Cart, Avamys und Jacques indem sie sich die Wache teilten. Nett. Ich brauche meinen Schlaf. Die Nacht war ereignislos. Am Morgen konnte ich dann Artemis bei seinen Schwertübungen beobachten. Wirklich beeindrucken oder auch beängstigend, je nach Standpunkt. Cart ist mir immer noch ein Rätsel. Sein Pferd hat hinten ein Mal, daß einer weißen Hand ähnelt und vorne das eine Auge ist ebenfalls weiß umrandet.  Noch vor dem Frühstück tat Cart etwas merkwürdiges. Er färbte das Mal und die Augenumrandung mit einem farbigen Pulver hellblau. Sehr seltsam. Ich muss ihn mal danach fragen. Ansonsten verlief auch der zweite Tag ziemlich ereignislos. Viel Zeit um mit seinen Gedanken allein zu sein. Gegen Mittag konnte man dann gelegentlich den Wald am Horizont erkennen. Beeindruckend. Der Wald musste riesig sein. Am späten Nachmittag erreichten wir dann den Waldrand. Dort wurden wir bereits erwartet. Ein großer Mensch, wilde, lange Haare und dichter Bart. Ein schwerer Wanderstab in der rechten Hand und ein grimmiger Ausdruck im Gesicht. Unser Anführer stieg vom Wagen ab um ihn zu begrüssen. Der Atmsphäre war kühl und geschäftsmäßig. Ich hatte den Eindruck, wir waren hier nicht erwünscht. Von den Waldarbeitern und aus dem Gespräch mit dem Druiden erfuhr ich, dass wir eine Genehmigung für das Fällen von 200 Bäumen hatten. Unter strengen Auflagen. Die Druiden schienen gut aufzupassen auf ihren Wald. Das erklärte auch, dass es zwischen Flussbrüggen und hier kaum Ansiedlungen gab. Die Menschen orientierten sich offensichtlich lieber in die anderen Himmelsrichtungen. Aus ihrer Sicht verständlich. Obwohl ich grundsätzlich ebenfalls ein Naturfreund bin machte mich der Druide nervös. Eindringlich ermahnte er unseren Anführer nochmal, unbedingt die Auflagen einzuhalten. Es durften nur die markierten Bäume gefällt werden, es durften keine Tiere getötet werden, es durfte nur auf dem uns zugewiesenen Lagerplatz Feuer entzündet werden, und , und, und. Nach den ganzen Ermahnungen führte er uns zum Lagerplatz, ungefähr zwei Stunden Fußweg in den Wald. Die Wagen mussten zurückbleiben.

Das Lager

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