Super-Sommer

Das Lager

Ganz schnell hatten wir einen rudimentären Plan. Guter Plan. Jeder sollte in so einer Situation wissen was er zu tun hat. Cart hatte das Lager gefunden. Es handelte sich um einige einfache, notdürftig aufgebaute Zelte um einige Lagerfeuer und 30 bewaffnete Goblins. Vier davon hielten Wache. Wir hatten einen guten Zeitpunkt getroffen. Wenn wir uns ein wenig beeilten, konnten wir in der Dämmerung zuschlagen. Nachts waren die Goblins im Vorteil, da sie im Dunkeln sehen konnten. Nur Zwerg konnte hier mithalten. Bei Tageslicht gab es keinen Unterschied, aber im Zwielicht der Dämmerung waren die beiden Elfen und ich im Vorteil. Die Goblins mussten sich entscheiden zwischen Tag- und Nachtsicht, beide nicht optimal für die Dämmerung. Arme Goblins. Vier Wachen konnten wir vermutlich nicht gleichzeitig ausschalten. Aber um so viele wie möglich zu erwischen, sah der Plan vor, dass Cart, Jacques und ich jeweils eine Wache ausschalten sollten. Ja, ich. Normalerweise ist das natürlich nicht die Art von Aufgabe, für die ich mich freiwillig melde aber hier handelte es sich um eine besondere Situation. Außer den beiden Waldläufern war ich die einzige, die sich naturgegeben einigermaßen leise durchs hohe Gras an die Wache anschleichen konnte. Und Goblins waren nur ungefähr so groß wie ich, das sollte zu schaffen sein. Nach dem Auschalten der Wachen würden Cart und Jacques versuchen, noch so viel wie möglich zu erwischen und ich würde für ein wenig Ablenkung sorgen. Die Kavallerie, also Avamys und Adalbert, sowie Zwerg, allerdings zu Fuß, würden dann das Lager stürmen und den Rest erledigen. Dreißig Goblins? Kein Problem. So der Plan. Unser neuer Freund segnete meine kämpfenden Kameraden noch mit Bärenstärke. Sehr nett und super effizient. Wie die Kinder haben sie alle ihre neue übernatürliche Stärke getestet, außer Avamys. Der ist nicht so albern. Jacques lief als erster los. Tatsächlich bevor wir die letzten Absprachen treffen konnten. Der Zwerg würde sich auch ein wenig vorschleichen, da er ja laufen musste. Die Reiter würden hier warten und Morrik würde auf Carts Pferd und die Ponys aufpassen. Dann ging es los. Cart links, ich rechts. Das Gras war so hoch, das Anschleichen ging echt leicht. Kurz bevor ich meinen Goblin erreicht hatte bemerkte ich noch Jacques wie er versuchte sich hinter einem kleinen Busch zu verstecken und mit seinem Bogen hantierte. Wollte er die Wache etwa mit Pfeilen beschießen. Das war so nicht vorgesehen, aber dafür hatte ich jetzt keine Zeit. Mein persönlicher Wachgoblin tauchte vor mir auf. Schnell hatte ich ihn mit einem Schlafzauber ausgeschaltet. Als ich gerade damit fertig war ihn zu fesseln  und ihm noch einen Knebel zwischen die Zähne schieben wollte hörte ich einen schrillen Schrei. Einer meiner Mitstreiter war wohl nicht so erfolgreich. Wie sich später herausstellte hatte Jacques Pfeil sein Ziel nur gestreift.
Möglicherweise hatte er mit seiner Bärenstärke den Bogen überspannt.
Kein Wunder das der Goblin schrie wie ein angestochener Keiler. Schnelles Handeln war angesagt. Zur Ablenkung der Goblins lies ich menschliche Stimmen mitten in ihrem Lager enstehen wobei ich mich ganz langsam wieder vom dort entfernte. Blutiger Zweikampf, das ist nicht meine Tasse Tee. Von hinten hörte ich Zwerg und unsere beiden Reiter heranstürmen. Cart machte komische Laute. Kriegsgeschrei? Nachdem ich mich ein Stück entfernt hatte, machte ich ein Gruppe von zehn Goblins aus, die sich gerade auch ins Getümmel stürzen wollten. Schnell schuf ich ein hypnotisches Muster über ihrer Gruppe, dem sich acht Goblins nicht entziehen konnten. Die übrigen beiden waren offensichtlich geistig stark genug um sich dagegen zu behaupten und wandten sich den Gegnern zu. Was für ein Gemetzel. Die Goblins hatten trotz ihrer vermeintlichen Überzahl kaum eine Chance, zumal sich auch Morrik noch einmischte und von hinten mittels eines magischen Hammers wirkungsvoll in den Kampf eingriff. Nach wenigen Minuten gab es nur noch die von mir Gebannten und den schlafenden Wächter der letztlich der einzige überlebende Goblin blieb. Die anderen wurden im Eifer des Gefechts einfach niedergemacht bevor ich eingreifen konnte. Meine Trauer hielt sich stark in Grenzen. Hier handelte es sich zu offensichtlich um Plünderer und Wegelagerer. Ich war gespannt, was uns der letzte Goblin berichten würde.

Der Ogerwald

1 Kommentar

  1. Pingback: Der Wanderer | Super-Sommer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: